Eins zwei oder drei!

Beim Massenstart der Frauen wird es heiß her gehen. Das ist der entscheidende Wettkampf für den Sieg im Gesamtweltcup. Jede hat drei Streichergebnisse, die ich durch meine Krankheit im Januar schon völlig ausgereizt hatte, und wenn man diese bedenkt führe ich mit fünf Punkten vor Anna Carin Olofson und Kati. Es wird als heiß her gehen und keine von uns drei wird den Wettkampf entspannt angehen können. Jede von uns kann den Gesamtweltcup gewinnen oder auch dritte werden. Ich denke viel wird sich am Schießstand entscheiden.

Für den ersten Platz gibt es 50 Punkte, der Zweite bekommt 46 und der dritte 43, dann geht es in dreierschritten weiten bis Platz sechs, danach in zweierschritten bis Platz 15 und bis Platz 30 wird normal runter gezählt.

Bei den Männern macht es Michi nicht ganz so spannend. Ich denke er hat den Gesamtweltcup fast sicher gewonnen und das ein Jahr nach seinen grandiosen olympischen Spielen.

Bei uns Frauen sind die Siege seit dem Massenstart in Antholz komplett in deutscher Hand. Jetzt wollen wir diese Serie beim letzten Wettkampf auch nicht mehr brechen lassen.

Viele Spaß beim Mitfiebern!



Viele Grüße Andrea


Datum: 19.03.2007 14.57 Uhr


Weltcup Lahti/FIN

Willkommen auf meiner neuen Homepage, die in der nächsten Zeit nach und nach wachsen wird.
Ich bin im Moment in Lahti und werde dort heute den letzten „Einzel“ Wettkampf in dieser Saison laufen. Das ist das Rennen, bei dem wir Frauen 15km laufen, dabei vier Mal an den Schießstand kommen und pro Fehler eine Minute Strafe erhalten.
Im Moment trage ich das rote Leibchen der Führenden in dieser Disziplin und kämpfe damit um den Gewinn der „kleinen Kugel“. Die man bekommt, wenn man einen der Disziplinweltcups gewinnt. In der Staffel wurde die kleine Kugel schon an die Franzosen vergeben, wir waren nur einen Punkt dahinter. Sprint, Verfolgung, Massenstart und die „große Kugel“ des Gesamtweltcups werden beim Saisonabschluss in Khanty Mansysk übernächste Wochen vergeben.
Am Donnerstag laufen Die Männer ihren längsten Wettkampf, die 20km. Am Freitag sind wir Frauen wieder dran mit dem Sprint, die Männer am Samstag und am Sonntag haben alle das Verfolgungsrennen.
Viel Spaß beim mitfiebern!

Andrea

Datum: 28.02.2007 14.51 Uhr


WM Antholz

Nun bin ich zurück von der diesjährigen Weltmeisterschaft in Antholz. Gestern Abend waren ein paar von uns auf die Erfolge noch feiern, hauptsächlich in Form vom ausgelassenen Tanzen. Es hat wirklich Spaß gemacht. Die ganze Zeit war schönes Wetter und fast jeden Tag gab es etwas zu feiern. Zu Beginn schlug gleich unsere jüngste in der Mannschaft zu und das sogar zwei mal nacheinander. Magdalena Neuner gewann den Sprint und auch die Verfolgung. Ich war mit meinem Start nicht zufrieden. Mit einem 23. Platz im Sprint, meinem schlechtesten Wettkampf der bisherigen Saison konnte ich nicht zufrieden sein. Im Verfolgungsrennen lief es auf der Strecke wenigstens schon wieder um einiges besser und mit einem besseren Schießergebnis als vier Fehler hätte ich auch die Möglichkeit gehabt noch weiter vor zu laufen, als auf den 10. Platz. Martina machte an diesem Tag ein super Rennen, von Platz 36 auf 11 mit nur zwei Fehlern. Kati war auch noch in unserer Nähe, nämlich auf dem 9.Rang.
Im Einzelrennen holte Martina die Medaille, eine bronzene. Ich kam mit drei Fehlern auf den sechsten Platz. Meine gute Laufzeit stimmte mich aber optimistisch im Massenstart noch einmal um mein Ziel, eine Einzelmedaille, zu kämpfen. Kati konnte im Einzelrennen auf Grund einer Magen-Darmverstimmung nicht zu ende laufen, war nach einem Tag aber auch wieder auf den Beinen und so konnten wir im Massenstart etwas noch nie da Gewesenes schaffen. Ich gewann vor Martina und Kati wurde dritte. 100% deutsche Medaillenausbeute. Das Rennen muss vor dem Stadion und den Fernsehern sehr aufregend gewesen sein. Viele Freunde und Fans berichten mir von Herzinfarkt nahen Situationen. Beim letzten Schießen wurde außerordentlich gut geschossen. Ich konnte als erste mit null Fehlern auf die Runde, kurz danach kam schon eine Russin dicht gefolgt von Marina, einer weiteren Russin und Kati. Gut, dass ich nicht wusste, wie eng das alles hinter mir zuging. Martina kam am höchsten Punkt an mir vorbei und ich hatte mich schon mit einer Silbermedaille angefreundet, da kam ich doch noch einmal zu Kräften und schaffte es tatsächlich wieder bis ganz nach vorn. Im Ziel war die Freude bei uns allen sehr groß. Auch Magdalena, die an diesem Tag 14.wurde freute sich für und mit uns. Ich war im Ziel so kaputt, ich konnte das ganze noch gar nicht so richtig genießen. Bei unseren ganzen freudigen Umarmungen musste auch noch mein Ohrring dran glauben, der liegt jetzt irgendwo im Zielbereich.
Am Nächsten und letzten Tag stand noch die Staffel an. Dort wollten wir mit diesen Ergebnissen im Rücken gewinnen und vor lauter Freude und Euphorie machten wir das den Medien auch unmissverständlich klar. Schön, dass es dann auch so gekommen ist. Nach der Siegerehrung der Staffel, bei der das gesamte Publikum uns genau wie am Vortag wieder ein Ständchen gesungen hatte, bevor sie zur deutschen Hymne übergingen, tanzten wir noch kurz mit Roberto Blanko während seiner Show, die er uns widmete.

Andrea

Datum: 28.02.2007 14.51 Uhr


WM Vorbereitung Obertilliach

Gestern Abend sind die ersten von uns in Antholz angekommen. Seit Letzter Woche Mittwoch waren wir im österreichischen Obertilliach, wo wir uns inzwischen auch schon ganz gut auskennen. Dort haben wir wieder in den Ferienhaus gewohnt, in dem wir auch letztes Jahr während unserer Olympiavorbereitung gewohnt hatten. Als Koch war wieder Martinas Onkel dabei, der uns immer leckeres Essen auf den Tisch stellte.
Schön an Obertilliach war auch, dass wir endlich in einer Winterlandschaft trainieren konnten. Wir hatten bisher auch immer gute Strecken, sind aber nur auf präparierten Bändern unterwegs gewesen. Im richtigen Winter hat man aber viel mehr Möglichkeiten auf verschiedenen Streckenabschnitten zu trainieren. Das macht das ganze abwechslungsreicher, vor allem wenn man am Nachmittag andere Strecken laufen kann, als die, die rund um den Schießstand liegen.
Das Training war gut, alle sind wieder gesund, auch Martina konnte nach ihrer Krankheit wieder ganz normal mittrainieren.
Bei unserer ersten Mannschaftsbesprechung gab Uwe Müssiggang auch schon die ersten Einsatzkonzeptionen für die Weltmeisterschaft bekannt. Pro Rennen dürfen ja nur vier an den Start gehen und im Sprintrennen und damit auch in der Verfolgung werden das Martina, Kati, Magdalena und ich sein. Im Einzelrennen am Mittwoch kommt auf jeden Fall Kathrin Hitzer zum Einsatz, alles andere wird sich ergeben. Die Männer haben es da etwas besser, dort dürfen durch die vielen Olympiasiege vergangene Saison in jedem Rennen fünf an den Start. Der Weltmeister bzw. der Olympiasieger der Vorsaison hat für die Weltmeisterschaft darauf ein persönliches Startrecht und zusätzlich darf eine Nation vier weitere Starter nominieren. So hat Michael Greis ein persönliches Startrecht für Einzel und Massenstart und Sven Fischer für das Sprintrennen.
Auf jeden Fall haben wir uns für die Weltmeisterschaft in Antholz gerüstet und es kann jetzt losgehen.
Ich persönlich habe sehr gute Erinnerungen an Antholz. Meinen zweiten Weltcupsieg feierte ich hier. Das war dann auch für lange Zeit der letzte, bis ich diese Saison in Hochfilzen meine Hochform hatte. Weitere drei zweite Plätze und einen dritten Platz konnte ich mir in den vergangenen Jahren hier erkämpfen. Mal sehen was ich dieses Jahr zusammen bekomme.

Viele Grüße
Andrea


Datum: 28.02.2007 14.49 Uhr


Auf dem Weg der Besserung

Leider hatte es mich und auch Martina nach dem Weltcup in Oberhof doch etwas doller erwischt als gedacht. Als ich nach Ruhpolding anreiste war ich noch voller Zuversicht im Sprintrennen wieder einsteigen zu können. Nachdem ich das Rennen absagen musste hoffte ich auf den Massenstart, aber auch das konnte ich dann knicken. Martina und ich saßen immer vor dem Fernseher und mussten bei einem der schönsten Weltcupveranstaltungen zusehen. Schlimm fand ich an dieser Sache immer, dass die Reporter wahrscheinlich nicht glaubten, dass wir krank sind und erzählten wir würden geschont. Am Sonntag hatten wir dann wenigstens schon eine „leichte Erkältung“.
Nachdem ich Samstag und Sonntag jeweils eine halbe Stunde Skilaufen war und es mir am Sonntag danach nicht wirklich gut ging sagte ich auch den Sprint und die Verfolgung von Pokljuka ab. Diese Entscheidung ist mir wirklich nicht leicht gefallen und dabei sind mir auch ein paar Tränen gekullert. Martina hatte sich auch gleich anstecken lassen und dann saßen wir nebeneinander und heulten. Drei Jahre war ich kaum krank und nun muss ich ganz kampflos meine Weltcupführung abgeben.

Im Moment bin ich in Hochfilzen und kann wieder trainieren. Ich war schon im Kraftraum, Skilaufen mit schießen und joggen. Das alles ging sehr gut und demnächst versuche ich es auch wieder etwas schneller. Es ist wichtig das ich nach fast einer Woche gar nicht trainieren langsam anfange um dann mit der alten Form wieder in den Weltcup einzusteigen. Am Sonntag beim Massenstart in Pokljuka mache ich wieder mit und darauf freu ich mich schon.
Martina kann dann leider immer noch nicht wieder mitmachen, aber bei der Weltmeisterschaft ist sie auch wieder dabei - kerngesund und in Form.

So, nun werde ich fleißig trainieren, hier in Hochfilzen, an der Stelle meines Erfolges.

Viele Grüße Andrea


Datum: 28.02.2007 14.49 Uhr


Endlich wieder in der Spur!

Nach meiner zweiwöchigen Zwangspause, wegen einer Bronchitis bin ich zunächst froh, dass ich im Massenstart von Pokljuka endlich wieder an den Start gehen konnte. Meine Krankheitspause kam natürlich zu einem äußerst schlechten Zeitpunkt. Ich war dem Weltcup Oberhof immernoch Führende im Gesamtweltcup und dies auch mit einem guten Punktevorsprung. In meiner Wettkampfabwesenheit hat sich natürlich im Gesamtranking einiges getan und ich musste aus dem Krankenbett mit ansehen, wie sich die Schwedin Olofsen das Gelbe Leibchen holen konnte.

Auch wenn so eine Krankheitspause sehr ärgerlich ist, werde ich nicht mit Gram nach hinten schauen, sondern werde mich nun gewissenhaft auf die nächsten Wettkämpfe, die Weltmeisterschaft, vorbereiten.

Ich fühle mich wieder sehr gut in Form und glaube, dass ich von meiner läufe¬rischen Verfassung neunzig Prozent meines Leistungsvermögens schon wieder habe.

Vor diesem Hintergrund war ich mit dem Massenstartergebnis auch nicht zufrie¬den. Null Fehler in den Liegendanschlägen sind sicherlich sehr gut, aber die Fehler beim Stehendanschlag haben mich doch geärgert. Mit einer nur besseren Schie߬leistung wäre eine Position in den besten fünf sehr gut möglich gewesen. Vor allem, weil ich in den Trainingeinheiten zuvor kaum Stehendfehler geschossen hatte.

Mein Blick geht nun voller Konzentration in Richtung Weltmeisterschaft in Antholz, die in gut 11 Tagen mit dem Sprintwettbewerb beginnen wird. Nach wie vor ist mein Bewusstsein durch die gute Saisonvorbereitung und die dadurch konditionelle Grundlage geprägt, auf die ich nun mein spezielles WM-Training aufbauen kann. Wir, die Mannschaft, treffen uns nun zu unserer WM-Vorbereitung, um uns für die Loipe fit zu machen und am Schießstand die nötige Sicherheit zu bekommen. Es werden sicherlich spannende Wettkämpfe in Antholz, auf die ich mich sehr freue.
Wie ihr es von mir gewohnt seid, melde ich mich noch einmal vor der WM und erzähle euch etwas über unsere Vorbereitung.

Viele Grüße,
Andrea

Datum: 28.02.2007 14.48 Uhr


Weltcup Oberhof

Zuerst einmal möchte ich mich bei den vielen eifrigen Helfern, die den Weltcup in Oberhof erst möglich gemacht haben ganz sehr bedanken. Am Freitag vor Weihnachten, an dem entschieden wurde, dass der Weltcup Plangemäß in Oberhof durchgeführt wird, war ich im Biathlonstadion. Ich sah dort allerdings nur einen Schneehaufen, der vielleicht gerade Mal für die Strafrunde gereicht hat und bewunderte den Optimismus. Man kann nur erahnen, wie viele Stunden Arbeit in der Strecke von Oberhof stecken und die vielen Helfer wurden mit der Durchführung der Wettkämpfe belohnt.
Die Streckenverhältnisse waren allerdings nicht die einfachsten, dass konnte man an den vielen Stürzen sehen. Ich bin froh heile durchgekommen zu sein, als im am Sonntag das letzte Mal aus der gefährlichen Kurve draußen war machte ich innerlich drei Kreuze.

Viele Grüße sende ich auch dem Oberhofer Publikum, das bei Wind und Wetter in der Rennsteigarena ausharrte und sich davon nicht die Gute Laune verderben ließ. Wie in Oberhof gewohnt pilgerten Tausende ins Biathlonstadion um uns Sportler anzufeuern und allen, ja wirklich allen zuzujubeln. Trotzdem war es im Stadion immer noch einen Tick lauter, wenn wir deutschen in Erscheinung traten. Da kam unser Dreifach-Erfolg im Sprint natürlich ganz gut an. Magdalena gewann mit einer super Laufleistung. Ich wurde glückliche zweite und Martina freute sich über ihren dritten Platz.
Mit meinem Verfolgungsrennen war ich weniger zufrieden, weil sieben Fehler einfach nicht sein müssen. Aber wenn am Ende dann trotzdem noch ein neunter Platz heraus springt finde ich zumindest das Ergebnis in Ordnung.

Nun geht es nach Ruhpolding, wo auch ganz viele fleißige Helfer am Werk waren um uns die Langlaufstrecken herzurichten.

Viele Grüße
Andrea

Datum: 28.02.2007 14.48 Uhr


Mein erstes Gelbes Trikot…

…wird vom 1.1. bis 8.1. auf e-bay versteigert! Das Geld kommt der Kindersportschule Chemnitz zu Gute.
Diese Schule bietet Vor- und Grundschülern ein breitensportlich orientiertes und qualitativ hochwertiges Bewegungs-, Spiel- und Sportprogramm. Es ist die erste Schule dieser Art in den neuen Bundesländern, in Baden-Württemberg gibt es ca. 60 solcher Schulen. Weitere umfassende Informationen könnt ihr gerne auf der Homepage www.kiss-chemnitz.de nachlesen.
Ich bin früher immer auf Bäume geklettert, auf sämtlichen Klettergerüsten herumgeturnt, war Tischtennis spielen, Flösse bauen und im Winter trotz Muttis Verbot immer auf gefrorenen Seen unterwegs gewesen… Auf jeden Fall war ich sommers wie winters immer an der frischen Luft. Heutzutage sind viele Kinder etwas träge, sitzen vor dem Computer ihren Popo platt und bekommen eckige Augen. Da ist es gut, wenn Kinder in so eine Schule können, um den Spaß an der Bewegung zu entdecken. Je früher dies geschieht, umso besser. Es gibt sogar einen Mini-Kiss-Kurs für Kinder von ein bis drei Jahre. Es müssen nicht aus allen Kindern Leistungssportler werden, aber leistungsfähige, gesunde Menschen.
Katrin Adler, die ältere Schwester von Jenny Adler ist Leiterin der Schule und steht aus alten Biathlonzeiten noch immer im Kontakt zu Martina Glagow und Simone Denkinger. Von denen erfuhr ich von dieser Schule und auch, dass immer noch Gelder für Sportgeräte fehlen. Wer also Lust hat, kann gerne auch spenden, wenn es nicht mit dem „Gelben Leibchen“ klappen sollte. Jeder Spender bekommt auch eine Spendenquittung. Einfach beim Verwendungszweck der Überweisung die Adresse angeben.

Kindersportschule Chemnitz
Bank: Volksbank Chemnitz
Bankleitzahl: 87096214
Kontonummer: 0321011586

Viele Grüße und viel Spaß beim Mitbieten!
Übrigens: auch der Ersteigerer bekommt eine Spendenquittung.

Andrea

Datum: 28.02.2007 14.47 Uhr


Gelb motiviert...

Nach meinem guten Weltcup-Einstand mit dem vierten Platz im Einzel, bin ich auch mit dem heutigen Ergebnis, dem achten Platz, zufrieden. Zwei Schießfehler im Sprint ist zwar kein besonders gutes Ergebnis, aber dass dann trotzdem noch der achte Platz dabei herauskam freute mich sehr. Ganz besonders freut mich, dass ich dadurch nun am Sonntag im Verfolgungsrennen das erste Mal im Gelben Trikot an den Start gehen werde. Ich war schon glücklich mit meinen zwei Fehlern an der Flower Ceremony (Platz 1-8) noch teilnehmen zu dürfen und dann wurde mir auch noch gesagt, dass ich die Weltcupführung übernommen habe. Diesen Platz im Gesamtweltcup sollte man nach zwei Rennen allerdings nicht überbewerten, da noch eine lange Saison bevor steht. Nichts desto trotz freue ich mich nun auch mal ein Gelbes Leibchen zu besitzen.

Am Sonntag ist das Verfolgungsrennen zu dem heutigen Sprintwettkampf. Ich werde dann also mit meiner „gelben“ 8 in das Rennen gehen und gucken, was sich da noch machen lässt.


Liebe Grüße aus Östersund

Andrea

Datum: 28.02.2007 14.47 Uhr


Erneuter Staffelkrimi

Auch im ersten Staffelrennen des neuen Jahres haben wir die Nerven der Zuschauer wieder ganz schön strapaziert. Nach den spannenden Staffeln in Hochfilzen entwickelte sich nun auch in Oberhof vor einer eindrucksvollen Zuschauerkulisse ein dramatischer Rennverlauf, der in besonders schwierige Wettkampfbedingungen eingebettet war.

Das Schneegemisch, das auf die Strecke aufgebracht war, war an manchen Stellen nicht immer gut beherrschbar. In Teilabschnitten war die Strecke richtig rutschig und man musste aufpassen, nicht zu stürzen, was einigen Athletinnen leider auch widerfuhr.

Noch mehr Probleme bereitete uns der Wind am Schießstand, der in argen Böen rein kam.

Selbstverständlich hatten alle Staffeln mit den widrigen Verhältnissen umzugehen, die jedoch an manchen Stellen des Rennens für Dramatik sorgten.

Martina Glagow hatte die Staffel angelaufen und den Kampf mit den Winden aufgenommen. Ihr erster Schuss ging sogleich daneben- die Windbedingungen hatten sich nach dem Anschießen sehr verändert und sorgten nicht nur bei ihr für erste Unsicherheiten. Martina reagierte sofort und veränderte die Dioptereinstellung entsprechend- allerdings –wie sie später auch im Interview sagte- mit Bangen, ob sie nun die richtige Einstellung gewählt hatte.

Es entwickelte sich schnell ein Dreikampf mit den Französinnen und den Norwegerinnen. Beim Stehend-Anschlag musste Martina mit zwei Fehlern noch mal Federn lassen, konnte das Rennen in der Loipe aber weiterhin offen gestalten und übergab an mich mit neun Sekunden Abstand auf die Spitze. Bei einer Abfahrt hatte ich dann d i e Schrecksekunde des Rennens zu überstehen, als vor mir die Norwegerin Flatland zu Sturz kam und ich meine liebe Mühe hatte, die Athletin, die zwar schon wieder in der Loipe, aber entsprechend langsam war, zu umfahren.

Der Wind machte dann auch mir beim Schießen arg zu schaffen. Schwer einzuschätzende Böen machten beide Anschläge zu einer wackligen Angelegenheit. Die Französinnen bauten ihren Vorsprung aus, nachdem ich beim Liegend-Schießen mit zwei Fehlern und beim Stehend-Anschlag mit drei Fehlern den Schießstand verlassen hatte. Katrin Hitzer, die ihr Staffel-Weltcup-Debüt gab, erhielt von mit rund 35 Sekunden Abstand auf die Spitze.

Das erste Schießen von Katrin war grandios – trotz eines Fehlers schoss sie sehr schnell und konzentriert und konnte dadurch etwas Zeit gut machen.

Zwischen der Französin Becaert und Katrin entwickelte sich dann der Schießstand-Krimi Teil 1, als die Athletinnen zum Stehend-Anschlag kamen. Seite an Seite im Duell gegeneinander und gemeinsam gegen den Wind. Die Bilder, die man dann sehen konnte, waren geprägt vom langen Zielen- in der Hoffnung, einen Moment Windstille abpassen zu können. Becaert schießt vorbei- Katrin zögert, setzt den Schuss, auch vorbei – Becaert wieder vorbei- wir drücken von außen unserer Mannschaftskameradin fest die Daumen, wieder vorbei…es wird schwieriger ,je länger man am Stand steht, und dann passiert es leider- Katrin muss in die Strafrunde, schafft es aber , den Vorsprung der Französin mit gut 12 Sekunden nicht allzu groß werden lassen- aber dann muss sie dem Rennverlauf Tribut zollen . Katrin muss etwas abreißen lassen und kommt erschöpft ins Ziel mit 36 Sekunden Abstand auf die Französinnen.

Kann es Kati Wilhelm richten ?

Nach dem ersten Schießen sind es nur noch 10 Sekunden bis auf die Spitze- Bailly ist in Sicht. Ein spannende Verfolgung bis zum zweiten Schießen entwickelt sich und dort werden wir Zeuge des Schieß-Krimis Teil 2:

Beide stehen nebeneinander und geben die Schüsse ab- abwechselnd schießen sie vorbei, ein Fehler , zwei Fehler, drei Fehler, vier Fehler…wer erkämpft sich den Vorteil ? Beide müssen tatsächlich zwei Strafrunden laufen, was die Chinesin wieder näher ran bringt. Um den Sieg entwickelt sich nun ein Zweikampf in der Loipe. Bailly präsentiert sich gut und Kati muss leider abreißen lassen. Die Französinnen gewinnen verdient.

Von der Stadionatmosphäre und der Wettkampfdramatik her war der gestrige Abend sicherlich ein gelungener Auftakt zur Oberhofer Weltcupwoche, sollten die Wetterbedingungen stabiler werden , werden wir hier ein schönes Biathlon-Fest feiern.

Viele Grüße Andrea


Datum: 28.02.2007 14.46 Uhr


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